Verkehrspsychologische Untersuchung "Am Stern“ in Bremen abgeschlossen

Die Verkehrssicherheit des großen Knotens "Am Stern“ in Bremen ist seit vielen Jahren unbefriedigend. Insbesondere Radfahrer verunglücken dort überdurchschnittlich häufig. Eine Verkehrspsychologische Untersuchung, die das Institut mensch-verkehr-umwelt gemeinsam mit SHP Ingenieure Hannover durchgeführt hat, sollte Erkenntnisse zur Verbesserung der Verkehrssicherheit erbringen.

Unfallanalysen, Verkehrskonfliktbeobachtungen (inkl. Videoaufzeichnungen der Verkehrsanlage) sowie Fahraufgabenanalysen mit Hilfe der Methode SAFE (sowohl aus der Perspektive der Fahrer als auch der Radfahrer) zeigen ganz klar: Alle Verkehrsteilnehmer sind durch die Komplexität der Fahraufgaben überfordert, es sind gleichzeitig und zu schnell zu viele Entscheidungen zu treffen. Dies gilt insbesondere für die Autofahrer, die die Radfahrer nicht oder zu spät sehen und damit auch die Mehrzahl der Unfälle verursachen.

Die Gutachter haben ein Bündel von Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit entwickelt und den Bremer Senatsvertretern vorgestellt. Erfreulich ist, daß die Gesichtspunkte Verkehrssicherheit und Verkehrsqualität für alle Verkehrsteilnehmer gegenüber reinen Leistungsfähigkeitskriterien stark an Bedeutung gewonnen haben. So werden u.a. stärker abgerückte Radwege empfohlen, um die Sichtverhältnisse zu verbessern. Durch die konsequente Einstreifigkeit des Kreisverkehrs sowie eine stärkere bauliche Kanalisierung des Verkehrs soll das allfällige Überfahren von Sperrflächen verhindert werden. Dazu kommt eine Reihe flankierender Maßnahmen.

Die Deputation für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung und Energie hat in ihrer Sitzung vom 9.10.2014 einstimmig die Ergebnisse der Verkehrspsychologischen Untersuchung am Stern zur Kenntnis genommen und beschlossen, dass die Planung von Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit Am Stern aufgenommen werden soll. Diese umfassen in erster Linie die Verbreiterung der Sperrfläche, die Roteinfärbung der Radverkehrsanlage, die Reduzierung der Kreisfahrbahnbreite, die Herstellung des Innenrings in Verbindung mit der baulichen Reduzierung der Kreisinsel.

Einen Bericht im Weserkurier finden Sie hier.