Fahrsimulation.– Die Entwicklung von Kfz-Simulatoren leitet sich aus der Luftfahrt ab. Heutige computerbasierte Simulatoren verwenden gängige Fahrerkabinen, verfügen unter Umständen über aufwendige Bewegungssimulation, erzeugen eine „Außensicht“, die den Operationen des Fahrers weitgehend entspricht, spielen Fahrzeuggeräusche ein, etc. Trotz dieser großen Fortschritte im Vergleich zu früheren Versuchen, Verkehrssituationen mit ihren Anforderungen nachzubilden, werden sich auch in absehbarer Zukunft lediglich eher für den Außerortsverkehr typische Situationen realisieren lassen. Situationen im Stadtverkehr mit realistischen Bild- und Bewegungseindrücken sind noch nicht zu erzeugen. Typische Vor- bzw. Nachteile des Simulatoreinsatzes sind:

Vorteile des Simulatoreinsatzes

  • Es kann gefahrlos experimentiert werden, Unfälle haben keine schädigende Wirkung
  • Das Verhalten kann direkt und mit beliebiger Meßgenauigkeit erfaßt werden
  • Bessere Kontrolle der unabhängigen Variablen, während die übrigen Bedingungen konstant gehalten werden
  • Test von Versuchsbedingungen, die in der Realität (noch) nicht existieren

Nachteile des Simulatoreinsatzes

  • Fragwürdige Generalisierbarkeit der Versuchsergebnisse (Realitätsnähe der Simulation)
  • Unbefriedigende Validität (zeigen die Vpn am Simulator das gleiche Verhalten wie in der Verkehrsrealität?)
  • Fragliche Simulierbarkeit motivationaler Faktoren
  • Daher ist es nach wie vor notwendig, Simulatorergebnisse im Feldversuch zu validieren

Vor allem bei älteren Vpn treten zudem häufig Kinetosen auf („Simulator-Krankheit“). Alternativ wird häufig die Teilsimulation eingesetzt, d.h. definierte Teilaspekte der Fahraufgabe werden herausgegriffen und untersucht (z.B. Wirkung von Anzeige- und Bedienkonzepten). Insgesamt vielversprechender scheint der Simulatoreinsatz für Trainingszwecke: gezieltes und kontrolliertes Lernen von motorischen Handlungsfolgen und visuellem Orientierungsverhalten in (kritischen) Situationen, Einüben wirtschaftlichen Fahrens.

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