Ältere Autofahrer.- Ältere Autofahrer verfügen zwar über viel Erfahrung im Verkehr, müssen diesen aber mit nachlassender psychophysischer Kapazität bewältigen, da Seh- und Hörvermögen nachlassen, die Beweglichkeit von Hand und Kopf eingeschränkt wird und vor allem perzeptive und zentrale Prozesse sowie die Verhaltensintegration langsamer und fehleranfälliger ablaufen. Dabei ist allerdings eine große interindividuelle Varianz gegeben. Ältere Fahrer verfügen über eine Reihe an Kompensationsmöglichkeiten, die sie auch einsetzen. Dazu gehören die geringere Nutzungshäufigkeit des PKW und das Vermeiden von Fahrten unter schwierigen Bedingungen (Wetter- und Sichtverhältnisse, Alkohol- und Nachtfahrten, Stoßzeiten, Fahrten in unbekannten Gebieten). Aber auch unterwegs ergeben sich Möglichkeiten, sich die Fahraufgabe zu erleichtern (z.B. durch langsameres Fahren). Trotzdem sind die Unfallraten älterer Fahrer überdurchschnittlich hoch. Situationsbezogene Analysen zeigen: Schwierigkeiten bestehen vor allem in hoch komplexen Situationen, in denen Informationen aus verschiedenen Quellen erfaßt, integriert und schnell in Fahrhandlungen umgesetzt werden müssen (Beispiel: Abbiegen in einer Kreuzung und gleichzeitig auf Radfahrer und Fußgänger achten). Den Leistungsmöglichkeiten und -grenzen älterer Fahrer wird derzeit viel Aufmerksamkeit geschenkt, da ihr Anteil durch die Verschiebung der Alterspyramide stark zunimmt. Unterstützung könnte diese Fahrergruppe in vielfacher Hinsicht durch die Nutzung neuer Technologien im Fahrzeug erfahren (Fahrerassistenzsysteme). Beispielsweise könnten solche Systeme die Geschwindigkeits- und Längsabstandsregelung unterstützen, auf genügende Seitenabstände achten oder Navigationshilfen auf unbekannten Strecken anbieten, um genug kognitive Kapazität für die sichere Bewältigung der Fahraufgabe beim älteren Fahrer zu belassen.

zurück zur Übersicht