Belastungsfolgen bei Pendlern: ein Überblick

Zusammenfassung
Durch den Berufsverkehr werden arbeitende Menschen beständig steigenden Belastungen ausgesetzt, die zu Beanspruchungen während der Fahrten, Streßfolgen bei der Arbeit und langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. Den größten Einfluß als Belastungsmerkmal hat eindeutig die Dauer der Fahrten zur Arbeit und zurück – unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel. Das verringerte Zeitbudget bei Pendlern mit langen Fahrtzeiten führt zu weniger sozialen Kontakten und familiärer Präsenz, geringerer Ausübung von Freizeitinteressen, verringertem Nachtschlaf und verminderten gesundheitlichen Präventionshandlungen. Die Wahl von Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln führt zu jeweils spezifischen Belastungen. Bei Autofahrern zeigen sich höhere Unfallgefährdungen und Effekte durch Zeitdruck, hohe Verkehrsdichte und schlechte Wetterbedingungen. Im ÖPNV stehen Ärgernisse mit Verspätungen, Warten auf Anschlüsse, zugigen Stationen, überfüllten Verkehrsmitteln und Ansteckungsgefahren bei Erkältungskrankheiten im Zusammenhang. Pendler haben höhere Fehlzeiten und erscheinen häufiger verspätet am Arbeitsplatz. Ihr allgemeiner Gesundheitszustand ist gegenüber Nicht-Pendlern schlechter, wobei eher unspezifische psychosomatische Beschwerdebilder überwiegen.

Summary
Working people are confronted with steadily increasing demands by commuting that can induce rising strain during the trip, can have consequences at the workplace and can cause long term health problems. The strongest influence as a stressor is the trip duration – independant from travel mode. The shrunk time-budget of commuters leads to less social contacts, less time with the family and for hobbies, shorter sleeping times and decreased activities in health prevention. The choice between car or public transport systems results in specific demands, respectively. Car drivers carry a higher accident risk and show effects from time pressure, high traffic density and bad weather conditions. Public transport commuters suffer from delay, waiting times for connecting systems, draughty stations, crowded means of transport and risk of infections. Commuters show a higher rate of absentism and arrive at work more often with delay. Their general health state is worse compared to non-commuters, often showing rather unspecific psychosomatic complaints.


Aus: Gstalter, H. & Fastenmeier, W. (1998). Interner Arbeitsbericht.


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