Kompensation:

Empirisch belegt und gut dokumentiert ist die Tatsache, dass ältere Fahrer auf verschiedenen Ebenen Kompensationsmöglichkeiten besitzen und diese auch zu nutzen versuchen.

Dadurch gleichen die älteren Fahrer auf der strategischen und taktischen Ebene der Fahraufgabe viele Defizite aus. Dies erklärt auch die Beobachtung von Schlag (1993), der deutlich größere Leistungsunterschiede im Labor als im Fahrverhalten bei älteren Fahrern gegenüber Vergleichsgruppen fand.

Leider sind nicht sämtliche zu bewältigende Fahraufgaben „selbstgetaktet“. Gerade im dichten Innenstadtverkehr bestehen oft keine Freiheitsgrade, die Schwierigkeit der Fahraufgabe durch die Wahl von Geschwindigkeit oder Fahrspur zu beeinflussen.

Die Möglichkeiten der Kompensation sind somit stark von der Verkehrssituation abhängig und dies spiegelt sich im Unfallgeschehen und Fahrverhalten der älteren Fahrer wieder.

Kompensationsmöglichkeiten:

  • individuelle, altersgemäße Anpassung der Fahrgewohnheiten
    - Streckenwahl (variabel, Vermeiden von hoher Verkehrsdichte)
    - Tageszeit (Vermeiden von Nachtfahrten, Stoßzeiten)
    - Witterung (Vermeiden von schlechten Sichtbedingungen)
  • Anpassung der Geschwindigkeit
    - defensiver Fahrstil
     - altersgemäße Geschwindigkeitswahl
    - moderate Beschleunigung und Verzögerung
  • Automatisierung vieler Wahrnehmungsleistungen durch Erfahrung
    - Objektfixation in der Ferne
    - Antizipation, Vorausschau
    - Einschätzung des Verhaltens anderer Verkehrsteilnehme
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