"Sicher Autofahren im Alter? Warum soll das nicht möglich sein?“:

Im Zusammenhang mit unserer Forschungsarbeit am Institut werden wir häufig mit Fragen oder auch Selbstzweifeln von Senioren bezüglich ihrer Fahreignung konfrontiert. Auf der einen Seite steht dabei die meist langjährige Erfahrung als sicherer Kraftfahrer, auf der anderen Seite sind es die wahrgenommenen physischen und psychischen Einschränkungen des Alters.

Ein Verzicht auf das Auto kommt in der Regel nicht in Betracht; gerade für die Lebensqualität älterer Menschen ist es auch notwendig, möglichst lange mobil zu sein. Das eigene Fahrzeug ist häufig die wesentliche persönliche Mobilitätsgarantie. Ohne Fahrzeug wäre manches beschwerlicher und viele Orte sind ohne Motorisierung kaum zu erreichen. Der Erhalt von Mobilität ist also eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität, Selbständigkeit und Erhalt von Aktivität der älteren Menschen.

Allerdings weisen ältere Fahrer – neben dem allgemeinen, altersbedingten Abbau körperlicher und psychischer Leistungsfähigkeit – nachweislich eine Reihe von z.T. schwerwiegenden Defiziten im sicheren Fahrverhalten auf. So steigt mit zunehmendem Alter der Anteil an der Unfallverursachung deutlich an. Während die Gruppe der 55-65-jährigen Autofahrer noch in die Hälfte aller ihrer Unfälle schuldhaft verwickelt ist, steigt dieser Anteil für die 75jährigen auf drei Viertel an. Die Art der Unfälle, in die Senioren überproportional verwickelt sind, weist auf Überforderungen hin, d.h. es sind ganz überwiegend Unfälle in komplexen Fahraufgaben. Typische Beispiele für Unfallursachen älterer Fahrer sind Vorfahrtmissachtungen, Fehler bei Abbiegesituationen oder Fehlverhalten gegenüber nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern. Eigene Untersuchungen im Realverkehr mit begleitenden Fehler- und/oder Verkehrskonfliktzählungen unterstützen das Unfallbild.

Unser Ansatz:
Individuelle Fahrtbegleitung, persönliche Beratung und Trainingsmassnahmen


Unser Team von unabhängigen Verkehrspsychologen bietet eine Anlaufstelle für alle Verkehrsteilnehmer, die durch altersbedingte, gesundheitliche oder sonstige Einschränkungen ihre Mobilität im Verkehr gefährdet sehen und diese wiedergewinnen, erhalten und steigern wollen. Insbeondere bieten wir den älteren Fahrern an, sie bei einer Ihrer typischen Fahrten in ihrem Fahrzeug zu begleiten. Dabei wird der Begleiter den gesamten Verkehrsablauf beobachten und das Fahrverhalten protokollieren. Anschließend besprechen wir mit den Fahrern gemeinsam, wo wir Stärken oder auch Schwächen an deren Fahrverhalten bemerkt haben. Und wir entwickeln mit ihnen Möglichkeiten, wie sie damit umgehen können, um ihre eigene Fahrsicherheit zu steigern.



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